Analog Photography
Ich fotografiere analog, weil Geduld offenbar doch eine fotografische Disziplin ist. Man legt einen Film ein, stellt alles von Hand ein und drückt zwölf, 24 oder 36 Mal auf den Auslöser – ohne sofort zu erfahren, ob man ein Meisterwerk geschaffen oder hauptsächlich den eigenen Daumen fotografiert hat.
Analog Photography ist für mich wie eine kleine Zeitreise mit Kamera. Licht messen, fokussieren, Blende wählen und dann darauf vertrauen, dass Film, Mechanik und Bauchgefühl ungefähr dieselbe Idee hatten. Das entschleunigt – spätestens dann, wenn man merkt, dass noch 17 Bilder auf der Rolle sind.
Ich kann nichts kontrollieren, nichts schnell löschen und keinen ISO-Wert ändern, nur weil plötzlich eine Wolke auftaucht. Genau das mag ich daran. Jedes Bild kostet ein wenig Überlegung, jedes Geräusch der Kamera fühlt sich wichtig an, und selbst kleine Fehler bekommen später erstaunlich viel Charakter.
Meine Galerie zeigt Bilder, die Zeit gebraucht haben: beim Fotografieren, beim Entwickeln und gelegentlich auch beim Erinnern, was ich da eigentlich aufgenommen hatte. Momente mit Korn, Überraschungen und der leisen Hoffnung, dass der Film richtig eingelegt war.


















